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News:
Inbetriebnahme unserer neuen LAGUN GBM42 Fräsmaschine

Newsarchiv - Neuer Auftrag: Sturmflutsperrwerk in Greifswald

Auftragsbeteilung der Hermann GmbH:
Auftragsvolumen: 4 Millionen Euro
 Herstellungen der Maschinenbauteile im Werk Weiden bis Februar 2012 
Montage von April 2012 bis spätestens April 2014
10 neue Arbeitsplätze werden geschaffen



Wir bedanken uns an dieser Stelle für das entgegen gebrachte Vertrauen und den Auftrag
bei der Firma Züblin in Rostock.



Wissenswertes zum Auftrag:

Am 5. Oktober hat das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Ueckermünde,die Realisierung des Sturmflutsperrwerkes beauftragt. Der Bauauftrag umfasst die schlüsselfertige Errichtung des Bauwerkes und die anschließende 4 - jährige Wartung.
Der Auftrag wurde auf Basis des Angebotes mit ca. 18 Mio.€ und des bestehenden Terminplanes erteilt. Der geplante Baubeginn wird im Januar 2011 liegen.
Die Errichtung des Sperrwerkes ist im Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern mit dem Status vorrangiger Dringlichkeit enthalten. Das Bauwerk bildet einen integrativen Bestandteil des zu realisierenden Hochwasserschutzes für Greifswald.
Kernstück der Anlage bildet der 21 m breite Hauptverschluss, welcher als Drehsegment ausgebildet wird. Die Nebenöffnungen werden je Seite mit 17 m breiten Schiebetoren verschlossen Sämtliche Verschlüsse sind im geöffneten Zustand nicht sichtbar. Das Drehsegment ruht in einer Mulde auf der Flusssohle. Die Schiebetore werden in Kammern im Deich, die erforderlichen Not- und Revisionsverschlüsse in Gruben am und im Deich gelagert.
Die Fertigstellung des Bauvorhabens unter den besonderen Belangen des Anwohner- und Naturschutzes ist für Frühjahr 2014 geplant.
Quelle: Info | Direktion Nord | 13.10.2010 | Herausgeber: Bernd Krause-Jacob


Zielstellung des Vorhabens
Sturmflutschutz Greifswald Ein Gutachten (1994) sowie eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung (2007) bestätigen, dass das Schadenspotential bei einem anzunehmenden Wasserstand für den Raum Greifswald, der dem bisher gemessenen Höchststand von 1872 zuzüglichen aus Klimawandel und Landsenkungen resultierenden Zuschlägen entspricht, die Kosten des vorgesehenen Sturmflutsystems um ein Vielfaches übersteigt. Deshalb ist das Vorhaben Sturmflutschutz Greifswald im Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern enthalten. Bereits 1994 wurde mit der Planung der Maßnahme begonnen. Der Schutz der Stadt Greifswald vor Sturmfluten ist entsprechend des für Mecklenburg-Vorpommern gültigen Sicherheitsniveaus zu schaffen. Das bedeutet Schutz vor Sturmfluten mit einem für den Küstenabschnitt Greifswald-Wieck festgelegten (errechneten) Wasserstand von 2,90 m RN. Es gilt die Aufgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern, zusammenhängende Wohngebiete sicher vor Hochwassergefahren zu schützen. Unter nachfolgenden Gesichtspunkten ist dies zu erreichen:
1. Im Interesse der Stadt Greifswald sind der Anteil verbleibender Überflutungsflächen im Stadtgebiet und die Eingriffe ins Stadtbild möglichst gering zu halten.
2. Aus ökologischer Sicht sind Möglichkeit zu erhalten, dass Brackwasser-Biotope in der Ryckniederung bei erhöhten Wasserständen weiterhin aperiodisch überflutet werden können.
3. Die vorhandenen Hochwasserschutzanlagen werden, soweit geeignet, in das Schutzsystem einbezogen. Derzeit erstrecken sich Schutzanlagen noch über eine Länge von 7 km entlang des Rycks. Sie haben zukünftig nur noch Bedeutung zur Kehrung des sich bei Schließung des Sperrwerkes einstellenden Binnenwasserstandes.

Technische Lösung
Im Ergebnis einer gründlichen Vorplanung wurde als optimales Konzept zum Sturmflutschutz der Stadt Greifswald ein System entworfen, das eine Absperrmöglichkeit der RyckmÜlldung und Linienbauwerke (Deiche) zu beiden Seiten entlang der Boddenküste vorsieht (Sperrwerk-Konzept). Das Schutzsystem hat nach der Fertigstellung eine Gesamtlänge von 3,3 km. Es ist in sechs Teilvorhaben gegliedert:
TV 1: Sperrwerk Greifswald-Wieck
TV 2: Deich Eldena (Länge ca. 950 m)
TV 3: Deichverstärkung Wieck (Länge ca. 700 m)
TV 4: Deich Ladebow (Länge ca. 620 m)
TV 5: Wegeauthöhung Neuenkirchen (Länge ca. 455 m)
TV 6: Wegeauthöhung Jager (Länge ca. 560 m)

Sperrwerk Greifswald
Die Bundeswasserstraße Ryck wird an der Mündung in Höhe des Wiecker Deiches mit einem Sturmflut-Sperrwerk versehen. Das Sperrwerk wird über eine Hauptöffnung und zwei Nebenöffnungen verfugen. Als Schiffsdurchfahrt dient die Hauptöffnung mit einer Breite von 21 m und einer Sohltiefe von -4,10 m RN. Die Hauptöffnung wird mit einem Drehsegmentverschluss ausgerüstet, der im abgesenkten Zustand unbegrenzte Durchfahrtshöhe zulässt. Eine derartige Konstruktion findet sich z.B im Themsesperrwerk in London und in der Schifffahrtsöffnung des Emssperrwerkes bei Gandersum und ist erfolgreich in der Praxis erprobt. Die Abmessungen der Hauptöffnung sind dem gegenwärtigen und dem prognostiziertem Schiffsverkehr angepasst. Schiebetore verschließen die Nebenöffnungen mit lichten Weiten von je 17 m (promenadendurchfiihrungen). Die Schiebetore werden in die Deiche integriert und sind für die Passanten nur im Falle des Sturmhochwassers sichtbar. Überschlägig sind zur Errichtung des Sperrwerkes 9.300 m3 Stahlbeton und 1.400 t Stahlspundwände notwendig. Der Verschluss beinhaltet ca. 400 t Stahlbauteile.
Quelle: Staatliches Amt für Umwelt und Natur Ueckermünde | Verlag Redleck & Schade GmbH Rostock | 13.10.2010 | Herausgeber: Bernd Krause-Jacob